Das erste Missionserlebnis

Editorial

Das erste Missionserlebnis...

 

In den ersten Januartagen des Jahres 1979 machten sich drei Kinder aus der kleinen Ortschaft Frohmühl (in der Nähe von Bitche) bei Eis und Schnee, mit goldenen Papierkronen auf den Köpfen und mit langen Gewändern gekleidet auf den Weg für einen guten Zweck. Auch ein Stern ging mit, getragen von einem kleinen Jungen (der später der Begründer einer bekannten Firma wurde), dessen Gesicht man mit einem Korken schwärzte... So wurde aus Philippe "Caspar", aus Brigitte "Melchior" und aus Patrick "Balthasar"...

Bestimmt haben sie es nun geraten: auch ich, der Schreiber dieses Artikels, gehörte dazu, als der letztgenannte der "drei Könige". Ein Erlebnis aus der Kindheit, dass ich nie vergessen werde! Lange Zeit brauchten wir um das bekannte "Dreikönigslied", das wir nun an jeder Haustür oder in jeder guten Stube singen sollten, auf Deutsch auswendig zu lernen... Manchmal blieben wir auch stecken, beim singen. Aber die Leute waren uns immer gnädig, denn sie wussten: es ist für einen guten Zweck!

Der gute Zweck war missionarischer Natur: wir sammelten Spenden für eine aus unserem Dorf stammende Krankenschwester, die in einer kleinen Missionsstation in Madagaskar tätig war. Sie machte dort Verkündigungsarbeit, aber pflegte vor allem Kranke und ältere Leute... Sie freute sich sehr über unsere Hilfe und schrieb jedem von uns einen langen Dankbrief, auch im Namen der Menschen dort... 

Warum diese, dazu noch "katholische" Geschichte?

Die folgenden Monate widmen wir in unserem Konsistorium dem Thema "Mission". Da ist es wichtig daran zu erinnern: Mission fängt bei jedem von uns an, im Kleinen! Für jede Spende ist man natürlich dankbar. Die Bereitschaft aber, sich ganz konkret zu engagieren, schlägt dazu noch Brücken, verbindet uns mit Menschen, die nicht nur an unserem Geld interessiert sind, sondern auch an Menschlichkeit und Liebe... Dazu kommt unser Gebet!

Bald schon ist Weihnachten. Wie schön ist es dann, wenn alle die zur Krippe gekommen sind, etwas von seinem hellen Schein mit nach Hause nehmen, so wie es vielleicht die "Weisen" damals beim Evangelisten Matthäus (aus denen die Tradition drei Könige machte) auch getan haben... nicht um alles selber zu behalten, aber um etwas davon weiterzugeben an andere, die sich dann auch freuen dürfen! 

Patrick GEBEL.

 

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