Den Glauben bekennen

Evangelisch den Glauben bekennen


Allein die Bibel

Alle christlichen Kirchen bekennen sich zu Jesus Christus, in dem Gott sich uns Menschen offenbart hat und uns seine rettende Gnade zugewendet hat. Dies wissen sie durch das Zeugnis der Bibel. Im Laufe der Zeiten sind in der Kirche aber auch viele andere Zeugnisse, Bekenntnisse, liturgische und andere Traditionen entstanden, die den Glauben geweckt und genährt haben, und das Leben der Kirche bestimmten.

Es kam jedoch auch vor, dass diese Traditionen und die Zeugen der Jahrhunderte das biblische Zeugnis verzerrt haben. So kam es zu der Frage: wie und durch wen ist die Wahrheit des Evangeliums in der christlichen Kirche zu bewahren? Bis heute betonen die evangelischen Kirchen, dass allein die Heilige Schrift, das heißt die Bibel, als apostolische Bezeugung des Evangeliums die Norm ist, an der alle kirchlichen Traditionen zu messen sind. Wer aber hat das zu urteilen? Gewiss, die Theologen als ausgebildete Ausleger der Schrift, aber nicht nur sie.

Alle Gläubigen sind dazu befähigt und aufgerufen, zu sagen, ob sie in der Lehre, der Verkündigung und dem Handeln ihrer Kirche die Stimme Jesu Christi ihres Herrn vernehmen, so wie sie von der Bibel grundlegend bezeugt ist. Das setzt aber voraus, dass sie mit der Bibel vertraut sind, und in ihrem Zeugnis Zeitbedingtes unterscheiden von dem, was für alle Zeiten gilt, nämlich das, was von Jesus Christus gesagt wird.

Allein die Gnade

Die Konzentration auf Jesus Christus bezieht sich auf unser Verhältnis zu Gott. So wichtig alle Glaubenszeugen - die Heiligen - von gestern und von heute für uns auch sind, um uns zum Glauben zu führen, ist Jesus Christus allein die entscheidende Hilfe im Leben und im Sterben. Er ist es weil er nicht nur Mensch war, sondern weil in ihm und durch ihn Gottes Gnade auf einzigartige Weise erschienen ist. Wir werden von Angst, Schuld und allen bösen Mächten nicht durch unser Denken und Handeln befreit, sondern allein dadurch, dass in Jesus Christus Gott sich uns als Vater erweist und diese Macht von oben uns ergreift und in Bewegung setzt. Der Glaubende weiß, dass er alles, sein leibliches und sein geistliches Leben, Gott und seiner Gnade verdankt.

Allein der Glaube

Damit ist gewiss nicht gemeint, dass wir von guten Werken dispensiert wären. Wenn der Baum keine Früchte bringt, dann ist er schlecht- das heißt, der Mensch hat die Gnade nicht an sich wirken lassen.

Echter Glaube äußert sich auch im aktiven Leben, und im Leiden. Aber letzte Gewissheit, festen Grund bringt uns allein der Glaube. Und dieser ist mehr als äußere Zustimmung zu christlichen Wahrheiten, er ist persönliches Vertrauen zu Gott und innige Verbindung mit Jesus Christus. In diesem Sinne reden wir von dem Glauben allein.

                                                             Marc Lienhard

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Dernière mise à jour de cette rubrique le 29/07/2008